Filmforum Höchst

Emmerich-Josef-Straße 46a, 65929 Ffm Telefon: 069 212 45 664
Eintritt: 7 € (mit Frankfurt-Pass 3,50 €)
Kinderkino: 3 €
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Hinweis: Auf dem Web-Portal Talk-Walks finden Sie Informationen zu verschienenen Stadtteilen/Städten. Unter anderem auch von Frankfurt-Höchst. Auch wir sind dort mit einem Komentar vertreten

Aufblende

    
31.000 Polizisten, brennende Autos, 20 Regierungen zu Gast, ca. 80 000 Gegendemonstranten. G 20 - Hamburg im Juli 2017 – eine Stadt scheint traumatisiert. 17 Interviewpartner*innen aus Polizei, Medien, Wissenschaft, Justiz und Aktivisten ziehen in dem Dokumentarfilm HAMBURGER GITTER, der Aufnahmen der Demonstrationen und der Polizeimaßnahmen zeigt, Bilanz.
Weiter zurück liegen die Ereignisse im Zusammenhang mit dem Kampf der Bürgerinitiativen gegen die geplante Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf in der Oberpfalz in den 1980er Jahren. In seinem Spielfilm WACKERSDORF führt uns der Regisseur Oliver Haffner in die Zeit, als sich der Widerstand gegen das vom Land Bayern unter Franz – Josef Strauß geplante atomare Großprojekt formierte und zeigt zugleich, dass die damaligen Ereignisse und Konflikte immer noch aktuell sind.
Anlässlich der Eröffnung der neuen Altstadt veranstaltet das Filmkollektiv Frankfurt von 26. September bis 30. Oktober 2018 eine umfangreiche Filmreihe zur Architektur und Stadtentwicklung von Frankfurt mit Werken von 1896 bis heute. Im Filmforum sind drei Programme zu sehen: Amateurfilme, z.B. über das Bockenheim der 1970er Jahre vor und während der Sanierung; Filme über Hochhausbauten, darunter der Dokumentarfilm UMBAUTES LICHT über den Peter-Behrens-Bau im Industriepark Höchst, sowie ein Programm zur Großmarkthalle im Wandel der Zeit, vom Neuen Frankfurt bis zur Europäischen Zentralbank. Bei jeder Vorführung ist ein Filmemacher oder Experte anwesend. Alle Filme und Termine unter www.filmkollektiv-frankfurt.de
Der Dreigroschenprozess war der Höhepunkt eines der größten Kulturskandale der Weimarer Republik. Bertolt Brecht war nicht zufrieden mit der Verfilmung ´seines Erfolgsstücks „Die Dreigroschenoper“ und klagte. Joachim Lang hat nun mit MACKIE MESSER die Ereignisse um den Prozess und Teile des Stücks verfilmt, mit Lars Eidinger in der Rolle des Bertolt Brecht. Was würde der Meister dazu sagen?
Und schließlich zeigen wir TODOS LO SABEN -  OFFENES GEHEIMNIS des iranischen Regisseurs  Asghar  Farhadi (NADER UND SIMIN – EINE TRENNUNG, THE SALESMAN), der in Spanien spielt und mit Penélope Cruz, Ricardo Darín und Javier Bardem äußerst prominent besetzt ist.

        
Als 1985 Claude Lanzmanns SHOAH in Frankreich in die Kinos kam war es das markanteste Kinoereignis des Jahrzehnts. Simone de Beauvoir schrieb am 28.4.1985 in der Tageszeitung „Le Monde“: „Es ist nicht einfach, von SHOAH zu sprechen. Es steckt Magie in diesem Film, und Magie lässt sich nicht erklären. Wir haben nach dem Krieg unzählige Berichte über die Ghettos, über die Vernichtungslager gelesen; wir waren erschüttert. Doch wenn wir heute Claude Lanzmanns außergewöhnlichen Film sehen, merken wir, dass wir überhaupt nichts gewusst haben. Trotz all unserer Kenntnisse blieb die grauenhafte Erfahrung uns doch äußerlich. Zum ersten Mal nun leben wir sie in unserem Kopf, unserem Herzen, unserem Fleisch. Sie wird die unsere. Weder Fiktion noch Dokumentation, gelingt SHOAH diese Verlebendigung der Vergangenheit mit erstaunlich sparsamen Mitteln: durch Orte, Stimmen, Gesichter. Die große Kunst von Claude Lanzmann vermag die Orte zum Sprechen zu bringen, sie mittels der Stimmen wiederzuerwecken und jenseits aller Worte das Unaussprechliche, Unsägliche durch Gesichter auszudrücken.“
Claude Lanzmann ist am 5. Juli diesen Jahres in Paris verstorben und so ist die Aufführung von SHOAH, der in zwei Teilen im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Novemberpogrom 1938 in Zusammenarbeit mit der „Höchster AG Geschichte und Erinnerung“ laufen wird, auch als eine Verneigung vor Lanzmann und seinem Werk zu verstehen. Gerade in einer Zeit, in der sich Rassismus und rechtsradikales Gedankengut wieder ausbreitet, erscheint es uns wichtig, diesen Referenzfilm über den Holocaust wieder auf die Leinwand zu bringen.
Am 13. Januar dieses Jahres ist der venezolanische Regisseur Diego Risquez in Caracas verstorben. Bereits 1992 hatten wir seine Werke ORINOKO und AMERICA, TERRA INCOGNITA in einem Programm zum Thema „500 Jahre „Entdeckung“ Amerikas – Die europäische Invasion und ihre Folgen“ gezeigt. Im Jahr 2016 war Diego Risquez im Rahmen des Festivals „Venezuela im Film“ bei uns zu Gast. In einer Retrospektive wollen wir an ihn und sein beeindruckendes Werk erinnern. Für uns stand Diego Risquez exemplarisch für das formal wie inhaltlich ungeheuer spannende „Neue lateinamerikanische Kino“, neben dem Brasilianer Glauber Rocha, dem Kubaner Tomás Gutierrez Alea, dem Argentinier Fernando Solanas sowie dem Bolivianer Jorge Sanjines.
Seine Filme hatten uns verblüfft und wir sahen die neuen Wege, die das lateinamerikanische Kino gehen sollte. Das Werk von Diego Risquez konzentrierte sich vor allem auf die  politische und kulturelle Geschichte Venezuelas und deren Protagonisten, die im Mittelpunkt seiner Filme BOLÍVAR, SINFONÍA TROPIKAL (1979), MANUELA SÁENZ (2000), FRANCISCO DE MIRANDA (2006), REVERÓN (2011) oder EL MALQUERIDO (2015) stehen. Ergänzend zeigen wir frühe Kurzfilme und den Kurzdokumentarfilm CLAVES über Diego Risquez von Atahualpa Lichy.
Wir danken in diesem Zusammenhang Diego Risquez‘ Tochter Amapola Risquez für die Überlassung der Aufführungsrechte, sowie dem venezolanischen Filminstitut CNAC, der Cinemathequa Nacional, Jorge Mirada und dem Generalkonsulat Venezuelas in Frankfurt.
Am Anfang des Monats stehen zwei aktuelle italienische Filme, sozusagen als Vorgriff  auf das Festival “Cinema Italia”, das wir Anfang Dezember präsentieren werden. In Matteo Garrones DOGMAN wird die seltsame und gewalttätige Beziehing der beiden Protagonoisten geschildert, in Alice Rohrwachers FELICE LAZZARO – GLÜCKLICH WIE LAZZARO geht es um die Freundschaft zweier ungleicher Männer. Während Garrones Film dem harten sozialen Realismus verpflicht ist, kombiniert Rohrwachers Film märchenhafte Poesie mit einem naturalistischen Blick auf die Realität. Zwei Seiten des neuen italienischen Kinos, die neue Wege gehen, aber die große Tradition des realistischen italienischen Kinos nicht verraten: Neo – Neo Realismus!
Im Rahmen der „Interkulturellen Wochen“ in Frankfurt zeigen wir in Zusammenarbeit mit „Africa Foundation“ und „Dialog International“ Markus Imhoofs  ELDORADO, der seine Erinnerungen aus seiner Kindheit an ein italienisches „Flüchtlingskind“, mit den heutigen grausamen Bildern der Flüchtenden, die uns in den Medien täglich begleiten und aufrütteln, kombiniert. Er geht den Lebenswegen der ankommenden Migranten nach und analysiert die strukturelle und reale Gewalt, in deren Netz sie oft geraten sind. Imhoof hinterfragt das System der organisierten Hilfe, das Geflüchtete in einen teuflischen Kreislauf entlässt, der meist von ökonomischen Interessen bestimmt wird. So wird aus dem Traum vom besseren Leben, aus dem erhofften „El Dorado“, die Hölle.
Nach der Vorführung diskutieren Tzehaie Semere, Dipl. Soziologe und Facilitator for Global and Intercultural Education und Fachpromotor für Migration, Diaspora, und Partizipation beim Entwicklungspolitischen Netzwerk Hessen e.V. und Ghirmay Habton, Betreiber des Kultur - Restaurants Savanne in Lich und Initiator zahlreicher Kulturprojekte, der seit 40 Jahren im deutschen Exil lebt. Beide Diskutanten stammen aus Eritrea.
Außerdem im Novemberprogramm der neue Film von Debra Granik
LEAVE NO TRACE, Christophe Honorés PLAIRE, AIMER ET COURIR VITE mit dem seltsamen deutschen Verleihtitel SORRY ANGEL, dem Biopic  BOHEMIAN RHAPSODY von Bryan Singer über Freddy Mercury und „The Queen“ sowie Nicolaus Leytners kongeniale  Verfilmung des Bestseller Romans von Robert Seethaler DER TRAFIKANT.
Und schließlich zeigen wir im Rahmen der VHS Veranstaltungsreihe zu „100 Jahre Frauenwahlrecht“ den britischen Film SUFRAGETTE von Sarah Gavron.
Im November beteiligt sich das Filmforum wieder an dem französischen Jugend- und Schulfilmfestival „Cinéfête“.

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