Filmforum Höchst

Emmerich-Josef-Straße 46a, 65929 Ffm Telefon: 069 212 45 664
Eintritt: 7 € (mit Frankfurt-Pass 3,50 €)
Kinderkino: 3 €
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Aufblende


„Aus der Krankheit eine Waffe machen“ war das Motto des 1970 in der unmittelbaren Nach - 68er Zeit in Heidelberg gegründeten Sozialistischen Patienten Kollektivs, das Krankheiten, besonders im psychischen Bereich als ausschließlich gesellschaftlich bedingt definierte. Die antipsychiatrisch ausgerichtete Gruppe kritisierte die damalige Behandlung von psychisch Kranken als „Verwahr-Psychiatrie“ und verknüpfte innovative Therapiemethoden mit politischen Forderungen. Aufgrund der Repression verloren sich einige Mitglieder des SPK in der Folge im Untergrund und schlossen sich der RAF an.
Gert Kroske, seit jeher ein genauer Beobachter der gesellschaftlichen Entwicklungen in der jüngsten Vergangenheit in Ost und West (STRICHE ZIEHEN) hat mit seinem Film die Geschichte dieser Gruppe in Teilen rekonstruiert und so einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung dieser Geschichte geleistet und zudem keine „Doku“, sondern einen „richtigen“ Dokumentarfilm geschaffen, der sich Zeit für sein Thema nimmt.

In seinem neuen, im Februar auf der Berlinale vorgestellten Film TRANSIT transponiert Christian Petzold die gleichnamige literarische Vorlage der Schriftstellerin Anna Seghers von den 1930er Jahren in die Gegenwart. Ort der Handlung ist Marseille, wo Flüchtlinge auf ein Leben in einem sicheren Land hoffen. Bewusst hat Petzold gerade in dieser Zeit auf die Vergangenheit verwiesen, in der Deutsche die Flüchtenden waren. Die globale Dimension des gegenwärtigen Flüchtlings- und Migrationsthemas beschreibt  Hank Levine in seinem Dokumentarfilm EXODUS aus der Perspektive der Betroffenen in vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg.
Vom Leben und Wirken des Musikers Eduard Zuckmayer im türkischen Exil, in das er 1936 vor den Nazis geflohen war, erzählt Barbara Trottnow in ihrem Dokumentarfilm EDUARD ZUCKMAYER – EIN MUSIKER IN DER TÜRKEI und erinnert daran, dass es eine Zeit gab, in der Deutsche das politische Exil in der Türkei suchen mussten. Barbara Trottnow wird zur Aufführung ihres Films im Filmforum zu Gast sein.

Schließlich zeigen wir mit dem Film SAMEBLOD- DAS MÄDCHEN AUS DEM NORDEN von Amanda Kernell einen Film, der sich mit der Ausgrenzung des Volks der Samen in Schweden der 1930er Jahre beschäftigt.

Mai

        
Zum 24. Mal präsentieren das Filmforum Höchst und das Dritte Welt Haus Frankfurt das Festival Cuba im Film – Festival de cine cubano.
Auch oder gerade in diesen Zeiten des Umbruchs ist das kubanische Kino eng mit der kubanischen Wirklichkeit verflochten und wird wohl auch in Zukunft ein Seismograph der kubanischen Entwicklung sein. Die aktuellen Produktionen aus und über Cuba beschäftigen sich mit ganz unterschiedlichen Momenten der kubanischen Geschichte. Unser Eröffnungsfilm SERGIO Y SERGUEI von Ernesto Daranas war der Gewinner des Publikumspreises auf dem letztjährigen Filmfestival in Havanna. Einerseits ist er eine schrille Komödie, die zum Teil in einer russischen Raumkapsel spielt, andererseits zeitlich in der traumatischen Phase der sogenannten Sonderperiode im Cuba der 1990er Jahre angesiedelt. Die bedrückenden Erfahrungen dieser Epoche tauchen auch in dem Dokumentarfilm CUBA AND THE CAMERAMAN von John Alpert auf, der in einer Langzeitstudie Durchschnittskubaner mit der Kamera begleitet hat.
Ebenfalls in der Sonderperiode spielt BOLETO AL PARAÍSO von Altmeister Gerardo Chijona, den wir neben seinem neuen Film LOS BUENOS DEMONIOS präsentieren. LOS BUENOS DEMONIOS oszilliert zwischen Komödie und Drama und ist voller scharfsinniger Anspielungen auf die kubanische Gesellschaft. Gerardo Chijona ist in diesem Jahr unser Gast, ebenso wie Hector Noas, einer der beiden Protagonisten in SERGIO Y SERGUEI, sowie Eduardo del Llano, der neben seinem neuesten Film DOMÍNO zwei weitere in Deutschland bisher nicht gezeigte Filme mitbringen wird.
Der Dokumentarfilm LAS ISLAS DEL METAL von Nelson Varas-Díaz zeigt die Emanzipation einer für die karibischen Inseln höchst exotischen Subkultur, die des Heavy Metal.
Im vergangenen Jahr starb der argentinische Regisseur Fernando Birri, Mitbegründer der Escuela Internacional de Cine y Television in San Antonio de los Baños in der Nähe von Havanna. Birri lebte und arbeitete über viele Jahre auf Cuba. Mit seinem Film CHE – TOD DER UTOPIE? erinnern wir sowohl an ihn als auch an seinen vor 50 Jahren ermordeten Landsmann. Letzterer steht auch im Mittelpunkt der französischen Produktion CHE GUEVARA – NAISSANCE D‘UN MYTHE von Tancrède Ramonet, der den Mythos „Che“ analysiert.
Außerdem präsentieren wir wieder eine Reihe von kubanischen Filmklassikern, die weltweit Beachtung fanden und den Ruf Cubas als eines der wichtigsten Filmländer Lateinamerikas mit begründeten. So laufen LA ÚLTIMA CENA (1976) und LOS SOBREVIVIENTES (1978) von Tomás Gutierrez Alea, Pastor Vegas RETRATO DE TERESA – PORTRAIT DER TERESA (1979) und zwei mittellange Filme des bedeutenden Dokumentarfilmregisseurs Santiago Alvarez: HANOI, MARTES 13 und 79 PRIMAVERAS. Im Mai 1968 stand der Krieg in Vietnam nicht nur im Fokus der westeuropäischen Studentenbewegung, vor allem Cuba solidarisierte sich mit dem Vietcong und mit Nordvietnam. Alvarez stellte sich mit seinen 1968 und 1969 gedrehten Filmen auf deren Seite und schuf zwei Filme, die durch ihre poetische und ästhetische Kraft in die Dokumentarfilmgeschichte eingegangen sind.
Zum 10. Kurzfilmwettbewerb „Junger Cubanischer Film“ ist die junge Regisseurin Rosa María Rodríguez bei uns zu Gast. Sie erhält den Kurzfilmpreis für LA COSTURERA, der vielfältige Medien und Formen nutzt, um das Thema Kindesmissbrauch aufzugreifen. Begleitend zu dem Gewinnerfilm zeigen wir weitere Wettbewerbsbeiträge.
Als weiteres Kurzfilmprogramm zeigen wir 15 Kurzfilme die 2017 unter Anleitung von Werner Herzog in der Filmwerkstatt der spanischen Produktionsfirma „Black Factory Cinema“ in Havanna von jungen Filmemacher*innen gedreht worden sind.
Eröffnet wird das Festival am 24. Mai um 19.00 Uhr mit der Vernissage der Fotoausstellung Momentos cubanos – Kubanische-Momente - in Anwesenheit der Fotografin Gabriele Janku.
Am Samstag, den 26. Mai 2018, 15:30 Uhr, laden wir ins Filmforum Höchst zur Informationsveranstaltung Gelebte Alternativen - Urban Gardening auf kubanisch mit VertreterInnen des Vereins Eco-Mujer ein.
Als Auftaktkonzert haben wir mit der Pianistin Lazara Cachao & Band ein besonderes Schmankerl: Sie stammt aus der wohl bedeutendsten Musikerdynastie Kubas. Freuen Sie sich mit uns auf ein tolles Konzert am 23.5. im Orange Peel. Nicht verpassen!
„Cuba im Film“ wird unterstützt von: Amt für multikulturelle Angelegenheiten Frankfurt, Aufblende e.V. Frankfurt, Filmhaus Frankfurt, HessenFilm und Medien GmbH, Katholischer Fonds, Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, Stadt Frankfurt am Main – Dezernat für Kultur und Wissenschaft.
Kooperationspartner: Internationales Filmfestival Innsbruck.
Besonderen Dank schulden wir dem Cubanischen Filminstitut ICAIC, der Filmschule EICTV in San Antonio de los Baños, FAMCA des Instituto Superior de Arte (ISA), Muestra Joven ICAIC und der Jury aus Studierenden der Hochschule Rhein-Main Wiesbaden.
Schließlich geht „Cuba im Film“ wieder auf Deutschlandtournee nach Hamburg (www.3001-kino.de), Berlin (www.babylonberlin.de), Saarbrücken (www.kinoachteinhalb.de) und Weiterstadt (www.kino-weiterstadt.de).
Eine ganze Epoche deutscher (Lokal)-Geschichte beleuchtet Josef Bierbichler in seinem nach der eigenen literarischen Vorlage (Mittelreich) gedrehten Film ZWEI HERREN IM ANZUG, einer wuchtigen Familiensaga aus dem bäuerlich-katholischen Milieu Bayerns“ (epd Film).  Ein ganzes  Schauspielerinnenleben entfaltet sich in Emily Atefs Spielfilm 3 TAGE IN QUIBERON, der das berühmte Interview, das der Stern-Journalist Michael Jürgs mit der Schauspielerin Romy  Schneider in der Bretagne ein Jahr vor ihrem Tod führte, in grandiosen Schwarz – Weiß Bildern nachinszeniert.
Mitte Mai richten wir unseren Blick nach Russland und präsentieren die neuen Spielfilme zweier der wichtigsten russischen Regisseure. LOVELESS von Andrei Swjaginzew, der durch die Filme DIE RÜCKKEHR und LEVIATHAN bekannt wurde, und DIE SANFTE von Sergei Loznitsa, dessen Filme auf internationalen Festivals einen festen Platz haben und der sich vor allem im Bereich des Dokumentarfilms einen Namen gemacht hat.
„Ein Gespenst geht um in Europa….“ Am 5. Mai zeigen wir zum 200. Geburtstag von Karl Marx Raoul Pecks Spielfilm DER JUNGE KARL MARX, der die private und politische Entwicklung des großen Theoretikers bis zur Herausgabe des Kommunistischen Manifests nachzeichnet. Vor dem Film werden Mitarbeiter*innen vor der Vorführung  kurze Textauszüge von und über Karl Marx lesen.
Ein Neuanfang in Paris, eine Reise von Griechenland in die Türkei, davon erzählen zwei Filme, in deren Mittelpunkt junge Frauen stehen. In  DJAM von Toni Gatliff ist die junge Griechin DJAM auf der Reise, begleitet vom Soundtrack des Rembetiko, und erschließt sich neue Perspektiven, JEUNE FEMME – BONJOUR PARIS von Léonor Seraille erzählt von Paula, die nach einem langen Mexikoaufenthalt in Paris einen Neustart versucht.



 
 

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü