Filmforum Höchst

Emmerich-Josef-Straße 46a, 65929 Ffm Telefon: 069 212 45 664
Eintritt: 7 € (mit Frankfurt-Pass 3,50 €)
Kinderkino: 3 €
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Aufblende

      
Cuba im Film, das einzige kubanische Filmfestival in Deutschland, besteht nun fast seit einem Vierteljahrhundert. In all den Jahren haben wir nicht nur die neueste filmkulturelle sondern auch die politische Entwicklung Cubas aufmerksam verfolgt.
2018 wurde in Cuba ein neuer Präsident gewählt, im Februar 2019 wurde über eine neue Verfassung abgestimmt, deren Entwurf nach intensiver Diskussion in der Bevölkerung einige Änderungen erfahren hat und der schließlich eine Mehrheit der Kubanerinnen und Kubaner zustimmte. Allerdings: Nach wie vor warten die Filmschaffenden auf ein neues Filmgesetz, das den rechtlichen Rahmen sowohl für unabhängige als auch für Ko-Produktionen regeln soll. Zahlreiche Filmschaffende setzen sich seit Jahren dafür ein.
In der 24. Ausgabe von Cuba im Film stehen zunächst die neuen Produktionen im Mittelpunkt. Der Eröffnungsfilm UN TRADUCTOR von Rodrigo und Sebastián Barriuso erzählt die Geschichte eines Russischlehrers in der traumatischen „Sonderperiode“ der 90er Jahre. Er wird als Übersetzer für russische Tschernobyl Kinder, die in Cuba behandelt werden eingesetzt und identifiziert sich allmählich mehr und mehr mit diesen Kindern.   
ANTES QUE LLEGUE EL FERRY – WENN DIE FÄHRE ANKOMMT ist ein erfrischendes Crossover von Animation und Realfilm dreier ganz junger Regisseure, von denen Juan Caunedo bei uns zu Gast sein und das Werk persönlich vorstellen wird. In EL REGRESO – DIE RÜCKKEHR, einem Thriller von Blanca Rosa Blancco, geht es um die Aufklärung von Vergewaltigungen und Morden an jungen Frauen.
Der diesjährige Themenschwerpunkt ist „Musik auf Cuba“. In diesem Zusammenhang präsentiert das Festival als Europapremiere den mexikanisch-kubanischen Dokumentarfilm ELIADES OCHOA – FROM CUBA TO THE WORLD (2018) über den „jüngsten“ Musiker des berühmten „Buena Vista Social Club“ Eliades Ochoa, dessen Solokarriere international nicht weniger erfolgreich verläuft. Die Regisseurin Cynthia Biestek und ihr Co-Autor Ruben Gómez werden anlässlich der Präsentation ihres Films ebenfalls nach Frankfurt kommen. In ALVARADO – UNA MIRADA FRATERNAL – EIN BRÜDERLICHER BLICK, dem Porträt eines Künstlers und Musikers aus dem äußersten Osten Cubas lässt uns der Frankfurter Regisseur Hans Peter Böffgen tief in den kubanischen Alltag und das typische Lebensgefühl auf der Insel eintauchen, ein Film nicht nur für Liebhaber der kubanischen Musik. Außerdem laufen die Klassiker LA BELLA DEL ALHAMBRA von Enrique Pineda Barnet aus dem Jahr 1989 und Jorge Luis Sanchez' EL BENNY über das Leben der Son- und Mambolegende Benny Moré, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte.
Santiago Álvarez wäre ebenfalls im März diesen Jahres 100 Jahre alt geworden. Er ist einer der Väter des kubanischen Films und gilt aufgrund seiner raffinierten assoziativen Bildmontage als bedeutendster Dokumentarfilmer Lateinamerikas. Gegen Ende seiner Karriere widmete er sich verstärkt der Musik. Wir zeigen seinen hierzulande gänzlich unbekannten Musikfilm LA ISLA DE LA MUSICA, in dem es um den genuin kubanischen Beitrag zur musikalischen Weltkultur geht.
Natürlich darf der Welterfolg YULI von Icíar Bollain über die erstaunliche Karriere des Carlos Acosta, des Jungen aus einfachsten Verhältnissen, der es zum international gefeierten Ballettstar brachte, in unserem Festival nicht fehlen.
Das für Cuba existenzielle Thema Energie steht im Mittelpunkt unserer gesellschaftspolitischen Veranstaltung am 25.05., wenn die Brüsseler Dokumentarfilmerin Anne Delstanche ihren Film EL SOL. NUEVO PETRÓLEO DE CUBA? - DIE SONNE, DAS NEUE ÖL KUBAS? präsentiert.
Auch der kubanische Kurzfilm hat wieder seinen Platz im Festivalprogramm. Gezeigt werden Kurzfilme der berühmten Filmschule „EICTV - San Antonio de los Baños“ und andere Filme junger kubanischer Regisseurinnen und Regisseure.
Wie immer gibt es auch in diesem Jahr am 29. Mai eine Festivalparty im Musikclub „Orange Peel“, auf vielfachen Wunsch und wegen des großen Erfolgs im vorigen Jahr, mit Lazara Cachao und ihrer Gruppe.
Weitere Informationen zum Programm unter www.cubafilm.de
Das Festival ist eine Kooperation des Dritte Welt Haus, Frankfurt mit dem Filmforum Höchst der VHS Frankfurt und wird gefördert von der HessenFilm und Medien GmbH. Außerdem besteht in diesem Jahr eine Medienpartnerschaft mit der Monatszeitschrift „Le monde diplomatique“.
Nach LA LOI DU MARCHÉ – DER WERT DES MENSCHEN hat der französische Regisseur Stephane Brizé mit EN GUERRE – STREIK einen weiteren sehr aktuellen Film zur gesellschaftlichen Situation in Frankreich gedreht. Es geht um einen Streik gegen die Schließung einer Zuliefererfabrik für Autoteile. Trotz aller Aktionen, Verhandlungen und scheinbarer Unterstützung durch die Politik kommen die Arbeiter*innen nicht zu ihrem Ziel und so entscheidet sich einer der Gewerkschafter für eine radikale Aktion…
Die weitgehende und gewollte Machtlosigkeit der Gewerkschaften im aktuellen Frankreich, die von Teilen des Patronats und der Politik als überkommene, nicht mehr zeitgemäße Organisationen angesehen werden, bilden den Hintergrund der Geschichte. So wurde im Sommer 2018 durch den landesweiten Streik der Eisenbahner*innen der SNCF die geplante Bahnreform nicht verhindert und konnte durchaus von den Gewerkschaften als Demütigung empfunden werden. Gleiches gilt für die Arbeitsreform, die per Dekret durchgesetzt wurde.
Zurzeit manifestiert sich aber der Protest der „Gilets jaunes“ (Gelbwesten), die sich jenseits von Gewerkschaften und politischen Parteien organisieren und den Protest gegen soziale Ungerechtigkeiten auf die Straße tragen.
Spontane Proteste und Streiks gab es in Deutschland vor allem in den frühen 1970er Jahren, als vor allem die Autoindustrie (Ford oder Opel) mit sogenannten wilden Streiks konfrontiert war. In dieser Zeit wurde bei Opel in Bochum die „Gruppe oppositioneller Gewerkschafter“ gegründet, die über 40 Jahre aktiv bleiben sollte und 2004 das Opelwerk in Bochum sechs Tage lang besetzte und so die Produktion in ganz Europa lehmlegte. In ihrem Dokumentarfilm LUFT ZUM ATMEN – 40 JAHRE OPPOSITION BEI OPEL IN BOCHUM erinnert Johanna Stellhagen an diese „wilde“ Zeit.
Als historisches Vorbild zeigen wir zudem Sergej Eisensteins 1925 entstandenen Stummfilm STATSCHKA – STREIK, der den Arbeitskampf in einer großen Fabrik im zaristischen Russland im Jahre 1912 zeigt, als die Arbeiter noch keine Gewerkschaft hatten und sich selbst organisieren mussten.
Was es bedeutet als Drogenkurier zu arbeiten und so den Drogenkartellen ausgeliefert zu sein, davon erzählen die Filme THE MULE von Clint Eastwood und BIRDS OF PASSAGE - DAS GRÜNE GOLD DER WAYUU von Cristina Gallego und Ciro Guerra, der alleine schon durch seine grandiose Bildgestaltung besticht.
Mit ATLAS von David Nawrath finden wir uns im Frankfurter Nordend wieder und erleben eine Vater–Sohn Geschichte vor dem Hintergrund der Wohnungsprobleme und der Gentrifizierung bestimmter Frankfurter Stadtteile.
Schließlich zeigen wir LA DERNIÈRE FOLIE DE CLAIRE DARLING – DER FLOHMARKT VON MADAME CLAIRE von Julie Bertuccelli, in dem die Protagonistin, gespielt von Catherine Deneuve, auf ihr Leben zurückblickt.

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