Filmforum Höchst

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Eintritt: 7 € (mit Frankfurt-Pass 3,50 €)
Kinderkino: 3 €

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Aufblende

  
Im November dürfen sie sich auf den diesjährigen Cannes-Gewinnerfilm freuen: THE SQUARE des Schweden Ruben Östlund. Wir stellen ihnen aus diesem Anlass zwei weitere intelligente, gesellschaftskritische Spielfilme des hierzulande eher unbekannten Regisseurs vor: Auch HÖHERE GEWALT und PLAY – NUR EIN SPIEL? zeugen von der visuellen Kraft des Autorenfilmers Östlund, der sich bevorzugt mit den Themen Schuld, Verantwortung und Rassismus in der schwedischen Gesellschaft auseinandersetzt. Als Ergänzung zeigen wir als Vorfilm vor PLAY und HÖHERE GEWALT Östlunds 2010 entstandenen und auf der Berlinale ausgezeichneten Kurzfilm HÄNDELSE VID BANK - ZWISCHENFALL VOR EINER BANK, der von einem gescheiterten Banküberfall erzählt.
Zwei ägyptische Filme, die vor dem Hintergrund eines gesellschaftlichen Umbruchs spielen, stehen im Mittelpunkt der letzten Novemberwoche. Der Thriller DIE NILE HILTON AFFÄRE von Tarik Saleh, der seine Geschichte von Korruption und Machtmissbrauch im Jahr 2011 kurz vor dem Sturz Hosni Mubarak spielen lässt . ESHTEBAK - CLASH von Mohamed Diab wiederum spielt nach dem 3. Juli 2013, dem Tag an dem der Präsident Mohamed Mursi (Bewegung der Muslim Brüder) vom Militär gestürzt wurde.
Die letzten zwei Tage unseres Novemberprogramm sind wieder dem türkischen Filmfestival Frankfurt vorbehalten. Mit vier Filmen, die den kritischen und unabhängigen Geist sowie die künstlerische Kraft der türkischen Filmschaffenden dokumentieren, ist das Festival bei uns zu Gast.

Verso Sud / Cinema Italia
Seit 23 Jahren findet mit „Verso Sud“ eines der größten italienischen Filmfestivals in hiesigen Landen im Deutschen Filmmuseum (www.deutsches-filmmuseum.de) statt. Wie schon einmal in früheren Jahren beteiligt sich das Filmforum Höchst wieder an „Verso Sud/Cinema Italia“ vom 7. – 13. Dezember.
Zu sehen sind die neuesten Werke von Altmeistern des italienischen Kinos wie Gianni Amelios LA TENEREZZA - DIE ZÄRTLICHKEIT über einen vergrämten Witwer, der neu zu leben lernt oder Marco Bellocchios FAI BEI SOGNI - TRÄUM WAS SCHÖNES, der letztes Jahr die Sektion La Quinzaine des Réalisateurs in Cannes eröffnete und thematisiert, wie ein Mann mittleren Alters das Trauma des frühen Todes seiner Mutter überwindet. Zwei der großen Komödienerfolge dieses Jahres in Italien haben Aufnahme ins Programm gefunden: LASCIATI ANDARE! - LASS DICH GEHEN!, in dem ein hervorragender Toni Servillo als alternder Psychoanalytiker im Fitnesstudio auf eine dem Körperkult verfallene Trainerin trifft. Und L‘ORA LEGALE - AB HEUTE SIND WIR EHRLICH, eine herrlich freche politische Satire über einen sizilianischen Bürgermeister, der Recht und Ordnung einführen möchte.
INDIVISIBILI – UNZERTRENNLICH über zwei sich trennen wollende siamesische Zwillinge wurde 17 mal für den italienischen Filmpreis Donatello nominiert (und erhielt sechs davon), UN BACIO – EIN KUSS zeigt drei befreundete junge Menschen, die für ein Leben außerhalb der Normen kämpfen. Außerdem im Programm der Preisträger Dokumentarfilm beim Lichter Filmfestival 2017 und nominiert für den Hessischen Filmpreis A GRAVAME - DAS STAHLWERK, DER TOD UND DIE MÜTTER VON TAMBURI von Peter Rippl. Ein Film über den paradiesischen Ort Taranto, der bedroht ist von einem gigantischen Umweltskandal. Der Regisseur wird den Film persönlich am Sa, 9.12. um 20:30 Uhr vorstellen.
„Verso Sud / Cinema Italia“ findet statt in Zusammenarbeit mit Made in Italy, Rom, dem Kairos-Filmverleih Göttingen und dem Deutschen Filmmuseum. Ausführliche Texte mit Statements der Regisseure, Kritiken unter: www.cinema-italia.net.
Das Festival Verso Sud, bei dem weitere Filme und eine Retrospektive Daniele Luchettis zu sehen sind, findet vom 1. – 12.12. im Deutschen Filmmuseum statt. Informationen unter. www.deutsches-filminstitut.de.

Zum Welt Aids Tag- 1. Dezember 2017
„Ich kam zu ACT UP mit all meinen Todesängsten, isoliert, von meiner Familie abgeschnitten und dort entdeckte ich einen unglaublichen Ort, der mir eine beachtliche Energie gab. ACT UP war das beste antivirale Mittel, das ich finden konnte.“ (Christophe Martet, Präsident von ACT UP 1994 – 1996).
Als Reaktion auf die Ignoranz gegenüber der Immunschwächekrankheit „Aids“ gründete sich die Bewegung ACT UP Anfang der 1990er Jahre in Paris und machte schon bald durch spektakuläre und radikale Aktionen auf die Lage der an Aids erkrankten Personen aufmerksam. Ziel ihrer Angriffe waren sowohl die politisch Verantwortlichen als auch die Pharmaindustrie mit ihrer profitorientierten Politik. Unter Beteiligung ehemaliger ACT UP - Aktivisten hat nun Robin Campillo mit 120 BPM (120 battements par minute) einen sehr emotionalen und authentischen Film gedreht, der die Geschichte von ACT UP erzählt.
In Deutschland beschäftigte sich Rosa von Praunheim seit den achtziger Jahren auf seine besondere Weise ebenfalls intensiv mit diesem Thema. Wir zeigen seinen 1985/ 86 entstandenen Film EIN VIRUS KENNT KEINE MORAL. Außerdem präsentieren wir mit ÜBERLEBEN IN NEUKÖLLN sein allerneustes Werk über die Diversität des Lebens im Berliner Stadtteil Neukölln.

Wie bereits Ende November haben wir das Türkische Filmfestival Frankfurt bei uns zu Gast. Am 2. Dezember läuft ein Dokumentarfilm über SABAH YILDIZI-SABAHATTIN ALI von Metin Avdaç, der das Leben des türkischen Schriftsellers darstellt.1948 fiel er in der noch jungen türkischen Republik einem bislang noch unaufgeklärten Mord zum Opfer.
Der Iran steht im Mittelpunkt der dritten Dezemberwoche. Neben Ali Soozandehs animiertem Film TEHERAN TABU, der von der Situation der Frauen, dem Alltagsleben im Iran und Prostitution erzählt, zeigen wir als weiteren Animationsfilm THE GREEN WAVE von Ali Samadi Ahadi über die Niederschlagung der Oppositionsbewegung im Jahr 2009. Till Schauders Film WENN GOTT SCHLÄFT dokumentiert die Geschichte des iranischen Sängers Shahin Najafi, der gezwungen war aus dem Iran zu fliehen und nun in Deutschland lebt, immer bedroht von der gegen ihn ausgesprochenen Fatwa.
Ergänzend zeigen wir Ali Soozandehs Kurzfilm CONTRAST.

Ein besonderes Programm präsentieren wir über die Weihnachtstage: Den immer noch überwältigenden japanischen Filmklassiker RAN von Akira Kurosawa, der von Shakespeares „King Lear“ inspiriert ist und das Frühsteinzeitdrama DER MANN AUS DEM EIS von Felix Randau mit Jürgen Vogel in der Hauptrolle.
Der Verein „Aufblende e. V.“ präsentiert ab Dezember eine kleine Retrospektive der Filme von einem der wichtigsten und interessantesten europäischen Filmemacher, dem Griechen Theo Angelopoulos, einer der Lieblingsregisseure des Filmforums seit den 1970er Jahren.
Die Reihe beginnt mit Angelopoulos epischem Meisterwerk O THIASOS – DIE WANDERSCHAUSPIELER, in dem er anhand einer fahrenden Theatergruppe in dreieinhalb Stunden von den Wendungen der neueren griechischen Geschichte erzählt. Berühmt geworden ist der Film auch wegen seiner Kameraführung und der meisterlichen Plansequenz, die uns von einer Epoche in eine andere führt.
„Die Ausgeschlossenen aber, nachdem sie alles ertragen haben, begreifen endlich dass sie alles ertragen können. Wie die Zukunft aussehen soll, wissen sie noch nicht, sie wissen aber, dass die Zukunft ihnen gehört. Sie schließen das aus dem Versagen der moralischen Kraft ihrer Unterdrücker und machen sich beinahe instinktiv daran, eine neue Moral zu schaffen und die Grundsätze, auf die eine neue Welt erbaut werden soll“ (James Baldwin, 1972).
Im Juli 1967 erschüttern bürgerkriegsähnliche Zustände Detroit, als die afroamerikanische Bevölkerung für gleichwertige Bürgerrechte und gegen Diskriminierung kämpfte. Im Zuge der Ereignisse kam es zu unkontrollierter Polizeigewalt.
Vor diesem Hintergrund erzählt die US – amerikanische Regisseurin Kathryn Bigelow in ihrem neuen Film DETROIT von einem lebensbedrohlichen Machtspiel, das mehr und mehr eskaliert.Ergänzend zeigen wir Raoul Pecks Dokumentarfilm über den Schriftsteller James Baldwin I AM NOT YOUR NEGRO und Santiago Alvarez´ fulminanten Kurzfilm NOW aus dem Jahr 1965, der zum Song „Now“ von Lena Horne Szenen der Unterdrückung der afroamerikanischen Bevölkerung montiert.
Wir wünschen unseren Besucher*innen schöne Feiertage und zum neuen Jahr alles Gute und ein spannendes Kinojahr 2018.


 
 

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