Meres tou 36 - Tage von 36 - Filmforum Höchst

Emmerich-Josef-Straße 46a, 65929 Ffm Telefon: 069 212 45 664
Eintritt: 7 € (mit Frankfurt-Pass 3,50 €)
Kinderkino: 3 €
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Meres tou 36 - Tage von 36

Film Beschreibung
        
Meres tou ´36 - Tage von ´36

Der historische Hintergrund des dritten Films von Theo Angelopoulos aus dem Jahre 1973, gedreht also noch unter der Obristen-Herrschaft (!), ist die Machtergreifung durch General Metaxas, den Führer einer kleinen rechtsradikalen Partei im April 1936.
Metaxas wird vom griechischen König Georg II., der nach Wiedereinführung der Monarchie 1935 nach Griechenland zurückgekehrt war, mit der Bildung einer Regierung beauftragt, nachdem die beiden großen konservativen Parteien keine gemeinsame Basis für eine Regierung gefunden haben. Obwohl Metaxas ein erklärter Feind der parlamentarischen Demokratie ist, wird er von den Konservativen unterstützt, während die „Linke“ mit Streiks reagiert und verzweifelt versucht, die Bevölkerung gegen die Faschisierung der Gesellschaft zu mobilisieren...
TAGE VON ´36 beschreibt den Beginn der heraufziehenden Diktatur Metaxas. Parallelen zu den „Tagen von ´67“ drängen sich auf. Die äußeren Machtstrukturen reflektieren die innere Verfassung des Staates ebenso wie die politische Lethargie der Bevölkerung.
Auf der Handlungsebene erzählt der Film - immer wieder unterbrochen durch Szenen der Zeitgeschichte - von einem inhaftierten Kleinkriminellen und Polizeispitzel (Sofianos), der ausgeschaltet werden soll, weil er „zu viel“ weiß, und der daraufhin einen konservativen Abgeordneten (Kriesis) als Geisel nimmt, um sich frei zu pressen.
Auch TAGE VON ´36 trägt die unverwechselbare Handschrift Angelopoulos‘ - langsame, ruhige Kamerafahrten, Rundschwenks von 360° und lange Einstellungen bis hin zu Plansequenzen, in denen ohne Schnitt inhaltliche Übergänge geschaffen werden.
TAGE VON ´36 fungiert als Prolog zu DIE WANDERSCHAUSPIELER, die sich im Jahre 1939 auf ihre Odyssee durch die griechische Geschichte begeben. Die vom Geist der Unterdrückung geprägten Drehbedingungen schlagen sich merklich in der Ästhetik des Films nieder: „Alles, was im Film wichtig ist, habe ich versucht, hinter Türen zu verlegen; d.h. hinter die Türen oder ins Telefon oder ins Schweigen oder in den Lärm der Umgebung. Die Diktatur ist in die formelle, äußere Anlage des Films selbst eingeschrieben. Das waren die Bedingungen, unter denen ich arbeitete: ich konnte nichts sagen.“ (Theo Angelopoulos 1975)
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