Große Freiheit - Filmforum Höchst

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Große Freiheit

Hans ist wiederholter Straftäter; denn er ist schwul. 1945 wird er nahtlos aus dem KZ ins Gefängnis überführt als wäre nichts gewesen. Die Freiheit wird ihm nicht zuteil. Im Deutschland der Nachkriegszeit verändert sich wenig für ihn, denn die Gesetze bleiben in Kraft. Nach §175 wird er im Verlauf von drei Jahrzehnten immer wieder „straffällig“ und kommt ins Gefängnis. Dort trifft er auf den verurteilten Mörder Viktor. Dieser begegnet ihm anfangs mit unmissverständlicher Abneigung bis sich über die Jahre hinweg eine zögerliche Freundschaft und subtile Verbundenheit entwickelt. Sie werden zu Komplizen in ihrer jeweils eigenen zeitüberdauernden Schicksalshaftigkeit.

Regisseur Sebastian Meise konstruiert diesen juristischen Stillstand der Gesetzgebung kongenial in dem repetierten Wiedersehen seiner beiden Figuren. Franz Rogowski als gutmütiger, unnachgiebiger Hans und Georg Friedrich als harter, aber mitfühlender Viktor überzeugen als herausragendes darstellerisches Duo mit wenig Worten aber umso größeren Gesten.
Nach zwei Reformen und längerer Nichtanwendung wurde der berüchtigte §175 StGB erst 1994 endgültig abgeschafft.
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